Behandlung somatoformer Schmerzen

Fragen aus der Sprechstunde

  • „Schmerzen lähmen mich oft im Alltag. Scheinbar ohne Vorwarnung geht dann gar nichts mehr. “
  • „Im Urlaub habe ich keine Kopfschmerzen. Die nehmen immer unter Stress zu.“
  • „Ich habe scheußliche Schmerzen im Rücken und die Ärzte finden die Ursache nicht. Das bilde ich mir doch nicht ein.“
  • „Meine Umgebung reagiert mit Unverständnis und Ablehnung. Ich habe Angst, nicht ernst genommen zu werden.“

Hintergründe für unklare Schmerzgeschehen

Jedes akute Schmerzgeschehen setzt ein Signal im Gehirn, welches physiologische Prozesse in Gang setzt, die den Körper in die Lage versetzten sollen, sich vom Ursprungsort des Schmerzes zu entfernen. Wenn uns körperlich etwas wehtut, z.B. ein Stich, ein Schlag oder eine Verbrennung, dann vermeiden oder entfernen wir die Quelle ganz selbstverständlich. Bei seelischen Schmerzen geht das oft nicht so leicht, denn sie sind nicht so konkret greifbar, sie kreisen und kehren immer wieder.

Wenn es nicht gelingt, die natürliche Vermeidungsreaktion zu realisieren und die Schmerzsignale auch nicht durch medizinische Maßnahmen längerfristig durchbrochen werden können, sprechen wir von chronischen Schmerzen. Dabei steigert sich das Empfinden oft noch, denn je häufiger, länger und intensiver die Reizübertragung andauert, desto nachhaltiger wird die Reaktion. Immer empfindlicher meldet unser wird unser Empfinden und meldet: „es tut in uns weh“. Schmerzreize, die über 3 – 6 Monate anhalten, hinterlassen Einprägungen im Schmerzzentrum. Dies führt wiederum zu einer Erhöhung der zentralen Schmerzempfindlichkeit, dem Regler für die gefühlten Schmerzen. Irgendwann ist dann oft nicht mehr klar identifizierbar, wo die eigentliche Ursache der Schmerzen oder der erste Schmerzreiz lagen, sondern scheinbar alles kann zum plötzlichen Auslöser für ganz unerwartet unterschiedliche Schmerzempfindungen werden.

Chronische Schmerzen, vor allem bei ungewisser Vorgeschichte, belasten das Familienleben und beeinträchtigen die Arbeitsfähigkeit. Sie können zum sozialen Rückzug, zu Depressionen, Angsterkrankungen und zum Auftauchen von Lebenssinnfragen führen. Diese negativen Gefühle verstärken wiederum den gefühlten Schmerz. Allgemein führt psychosozialer Stress zu einer Erhöhung der zentralen Schmerz­empfindlichkeit.

Zu den psychosozialen Stressoren zählen bereits Erlebnisse in der frühen Kindheit, besonders wenn sie mit Schmerz gekoppelt waren, emotionale Vernachlässigungen mit Miss­handlungen oder Entwertungen, Krankheiten, Operationen. Sie führen zu dauerhaften Veränderungen mit Schwächung des Stressverarbeitungs­systems, welches direkten Einfluss auf die Schmerzwahrnehmung und –verarbeitung nimmt. In der Reaktion auf Ursache und Wirkung entsteht dann oftmals ein Teufelskreis.

Teufelskreis bei somatoformen Schmerzen

Teufelskreis bei somatoformen Schmerzen

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