Faktoren der psychischen Stärke (Resilienz)

| 27.02.2014 |

„Hitze und Kälte, Kummer und Schmerz, Schrecken und Schwäche an Besitz und Körper – dies alles zusammen bürdet uns die erhabene Weisheit auf, damit ans Tageslicht kommt, aus welchem Stoff unser Innerstes gemacht ist.“

Rumi (1207 – 1273), persischer Mystiker und Dichter, Begründer des Sufismus.

Warum gelingt es manchen Menschen, Krisen und Schicksalsschläge zu meistern und warum zerbrechen andere daran? Wie schaffen es Menschen, Erfahrungen von Trennung, Misserfolg, Alleinsein, aber auch von Tod, Gewalt oder Missbrauch so zu verarbeiten, dass sie ohne langfristige seelische Verletzungen weiter leben können?

Resilienz beschreibt die Fähigkeit, Krisen durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen zu meistern und als Anlass für Entwicklungen zu nutzen. Resilienz bedeutet Widerstandsfähigkeit gegenüber biologischen, psychologischen und psychosozialen Entwicklungsrisiken und ist gewissermaßen ein unsichtbarer Schutzschild für die Seele und die Persönlichkeit. Resilienz zu entwickeln und instand zuhalten stellt eine wichtige Kompetenz zur Bewältigung von Lebensbelastungen dar. Resilienz steht heute für Krisen-Kompetenz. Bengel et al. (2009) beschreiben verschiedene Ressourcen, die bei Resilienz eine wichtige Rolle spielen.

Das Konstrukt Resilienz ist ein dynamischer oder kompensatorischer Prozess positiver Anpassung bei ungünstigen Entwicklungsbedingungen und dem Auftreten von Belastungsfaktoren. Charakteristisch für Resilienz sind außerdem ihre variable Größe, das situationsspezifische Auftreten und die damit verbundene Multidimensionalität. Dazu gehören nach Bengel et al. (2009)

  1. Personale Ressourcen mit
    • kognitiven Fähigkeiten,
    • positiven Selbstwahrnehmung,
    • Selbstwirksamkeitserwartungen,
    • sozialen Kompetenzen,
    • aktiven Bewältigungsstrategien,
    • Kreativität und Phantasie.
  2. Familiäre Ressourcen, u.a.
    • stabile Bindung zu mindestens einer Bezugsperson
    • emotional warmes, aber auch klar strukturiertes Erziehungsverhalten (autoritativer Erziehungsstil)
    • positive Beziehungen zu Geschwistern
    • Merkmalen der Eltern
  3. Soziale Ressourcen, u.a.
    • Soziale Unterstützung
    • Qualität der Bildungsinstitution
    • Soziale Modelle

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