Fokussierte Psychotherapie (FAP)

Fokussierte Psychotherapie:
Akzeptanz- und  Achtsamkeitsbasierte Psychotherapie

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1. Einführung

Das Prinzip der Akzeptanz und Achtsamkeit findet sich in vielen bekannten Techniken wie von T. Heidenreich u. J. Michalak beschrieben. Achtsamkeit ist grundsätzlich das Bemühen, sich dem „Hier und Jetzt“ mit möglichst großer Aufmerksamkeit und Offenheit zuzuwenden. Besonders in den letzten Jahren wurde dieses, ursprünglich vor allem im Rahmen von Meditationsansätzen kultivierte Prinzip deshalb in andere, z.B. psychodynamische Behandlungsansätze eingefügt, ebenso Handlungsmodelle [Bohus, Huppertz 2006] entwickelt, um auf der einen Seite Ichstärkung zu verdichten und auf der anderen Seite dadurch neurotisches Beharren zu mindern.

Eine von Akzeptanz und Achtsamkeit geprägte fokussierte Psychotherapie (hier »FAP« genannt) ist sehr darauf ausgerichtet, Affekte und Gedanken eines Patienten nicht nur »achtsam« zu validieren und zu deuten, sondern zu fokussieren (also zu verdichten) und eine vom Patienten mitgetragenen Zielsetzung (Handlungsabsicht) zu erarbeiten. Dazu bedient sie sich auch vieler Erkenntnisse, wie sie besonders in der übertragungsfokussierten Psychotherapie [TFP, O. Kernberg] beschrieben werden.

Indikationen für die FAP sind chronisch psychische und psychosomatische Erkrankungen auf mittlerem Strukturniveau zum Beispiel Depressionen, Angststörungen oder Schmerzstörungen, besonders diejenigen, die ausgeprägte therapeutische Widerstände zeigen.

 

2. Theorie

Aus bindungstheoretischer Sicht [Ahnert, L. 2004] ist Akzeptanz ein Spiegel früher Bindung an ein mütterliche Person, bzw. deren Würdigung ihres Kindes. Sie ist für dieses Grunderfahrung. Je nachdem wie die Bindungskonstanz möglich ist, verinnerlicht es jene.

In psychodynamischem Sinne ist Akzeptanz in einer psychotherapeutischen Behandlung gleichschwebende Aufmerksamkeit dem Patienten gegenüber. »Gleichschwebende Aufmerksamkeit« ist auch ein Begriff, der auf Sigmund Freud [1915] zurückgeht. Er sah die gleichschwebende Aufmerksamkeit als eine wichtige Haltung des Psychoanalytikers, die Neutralität und Bindung zwischen sich und dem Patienten ermöglicht.

»Gleichschwebende Aufmerksamkeit« des Analytikers erinnert uns natürlich auch an Konzepte der Achtsamkeit. Das Bewusstsein des Behandlers ist für das Unbewusste des Patienten achtsam „auf Empfang gestellt” (Bindung). Der Patient wiederum assoziiert frei, das heißt, er spricht aus, was ihm in den Sinn kommt und als „seine Wirklichkeit“ von ihm »beachtet« wird.

Die »FAP« versucht, den Patienten darin zu ermutigen, seine dabei auftretende Abwehr (z.B. Hemmung, z.B. Rationalisierung) als Ichleistung zu erleben und zu akzeptieren. Wenn dadurch das Beharren seiner Abwehr nachlässt, kann seine Bereitschaft zunehmen, dahinter stehende unangenehme Empfindungen zuzulassen —„als das, was sie sind (seelische Verletzungen), nicht als das, was sie zu sein vorgeben (Symptomatik).

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