Fokussierte Psychotherapie

Fokussierte Psychotherapie

Eine psychodynamische Behandlung hat wie jede Therapie Ziele. Diese bestehen auch im Fall der fokussierten Psychotherapie [FP] darin, dass man die Beziehung zu den verinnerlichten Objektrepräsentanzen eines Menschen verändert. Dabei bezieht man  sich auf die pathologischen Auffälligkeiten.

Verinnerlichte Beziehungsstrukturen werden genauso wie abgespaltene Strukturen in einen Prozess überführt, der Flexibilität ermöglicht. In der Therapie wird dies durch Arbeit an der Übertragung und am therapeutischen Widerstand möglich. Dabei hilft Deutung, mit der verdrängte oder abgespaltene Anteile integriert werden, die emotional mehr oder weniger tief verankert sind.

Eine fokussierte Psychotherapie [FP] berücksichtigt somit die Kriterien der Übertragung wie jede tiefenpsychologisch fundierte Therapie [TP]. Sie fügt im Gegensatz zu jener aber auch kognitive Inhalte, wenn diese in der Therapie erarbeitet werden können.

Fokussierte Inhalte reichen für eine Gesundung oder / und Änderung der psychischen Struktur alleine natürlich nicht aus. Warum das so ist, wurde bereits von Sigmund Freud in seinen Triebtheorien (1915) dargelegt, ebenso in der Affektforschung (Krause R. 2002, 1998).

Sowohl die Triebtheorien von Sigmund Freud als auch die Affektforschung belegen, dass und wie Sprache und Erkennen mit Triebsublimierung bzw. Affekten in Beziehung treten. Ohne Aktivierung affektiver Prozesse und Beziehung werden kognitive Inhalte  nicht strukturiert verinnerlicht.

Dies belegen inzwischen auch die Hirnforschung [Spitzer, M. 2002 / Damásio , António R. 2014]. Einfache Beispiele aus unserem Alltag zeigen dies. So lernen z.B. Kinder, die den Lehrer nicht mögen, schlechter. Auch bei Affektüberflutung (Strenge und konsekutive Angst) kommt es zu erheblichen Störungen der kognitiven Aufnahmefähigkeit eines Kindes. Sogar das innere Gleichgewicht kann bis zur Einschränkung der psychischen Entwicklung dadurch gestört werden, da Affekte nicht mehr kontrollierbar sind (z.B. Impulsdurchbrüche) oder die Umwelt nicht mehr differenziert wahrgenommen wird (z.B. Schwarz-Weiß Denken).

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