Kybernetisch geprägte psychologische Medizin

Unser Therapieverständnis einer kybernetisch geprägten psychologischen Medizin ist nach  neurobiologischer Forschung [Eric Kandel 2008] wesentlich beeinflusst durch interaktiv-prozessorientierte psycho-somatische Abläufe.

Kybernetisch betrachtet werden deshalb umgekehrt auch alle somatischen Erkrankungen als psycho-somatische Störungen angesehen (exakt ausgedrückt spricht man von sozio-bio-psycho-somatischen  oder noch genauer von sozio-psycho-neuro-somato-bio-physio-immuno-endokrinologischen Störungen).

Psycho-somatische Interaktionen erfolgen durch Information, Interaktion, Rückkoppelung und Selbststeuerung, zusammengefasst durch zirkuläre Interaktionen.

Analog erfolgt ungezielt bei jeder Begegnung von uns Menschen bis hin zur gezielten Intervention in zirkuläre Abläufe oder Analyse von Problembereichen beim Patienten ein Einfluss in das bewusste und das unbewusste Erleben und in das soziale Verhalten, in letzter Konsequenz in somatische Prozesse (z.B. stressbedingte Hypertonie).

Ausdruck dieser auch genannten “ganzheitlichen kybernetischen Ökologie” ist immer eine zirkulär geprägte Selbstregulation und -organisation. In ihr geht eine kybernetische Analyse in einen Bewältigungsprozess und dieser wiederum in eine Analyse der Probleme über, usw.

Was bedeutete diese Erkenntnis ?

Sie bedeutet, dass die Ursache einer Störung immer wieder während einer Intervention, einer sozialen Interaktion oder einer Problemanalyse überprüft werden muss, da sie multikausaler Natur ist (Immunsystem, psychische Konstitution, Infektions-, Stress-, Traumatisierungsquelle, sozio-biologisches Umfeld, usw.). Man spricht auf Grund regelkreisförmiger Zusammenhänge der Ursachen von zirkulärer Kausalität.

Technisch bedeutete es, interaktiv Patienten durch kognitiv-emotional-mentale (psycho-neuro-immunologische) soziale (sozio-mentale) und somatische (senso-motorisch-neuro-psychische) Impulse zu erreichen, die zirkulär wirksam werden. Therapie, kybernetische Analyse oder systemische Beratung sind somit eine gezielte Aktivierung von Selbstorganisation [Fairley &Clark, 1954].

In psychischer, mentaler und sozialer Hinsicht gelingt   durch Aktivierung des Patienten die  Erarbeitung stabiler Konstrukte (neue Verhaltensmöglichkeiten, neue Sichtweisen, Relativierung der Probleme etc.). Diese wiederum wirken stabilisierend auf soziale Prozesse, diese auf den Patienten, z.B. auf seine vegetativen und hormonellen Prozesse, diese auf seine Organe und letztlich auf seinen Zellstoffwechsel.

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