Psyche und Krebs

Von: | 28.01.2014 | ,

Häufig lauten Fragen in der Sprechstunde etwa wie folgt:

  • „Als ich die Diagnose Krebs erhielt, dachte ich: Ist damit mein  Leben am Ende? Ist nun alles aus?“
  • „Warum trifft das gerade mich? Warum werde ich so bestraft? Was habe ich falsch gemacht?“
  • „Leute sagen mir: „Das kann jeden treffen, mach‘ das Beste aus der verbleibenden Zeit!“ Was soll ich damit anfangen? Ich fühle mich so alleingelassen.“

Nach Angaben der Literatur entwickeln 9 bis 30 % der an Krebs Erkrankten eine Traumafolgestörung. Die seelische Reaktion auf die Diagnose und den oft dramatischen Verlauf einer Krebserkrankung geht mit erheblichem Stress einher. Schock, Betäubung, Verleugnung, tiefgreifende Verzweiflung, Todesangst und Hoffnungslosigkeit treten auf. Auch bei guten Verläufen besteht die Gefahr eines Wiederauftretens der Erkrankung.

Diese anhaltende Bedrohung, die nicht von außen, sondern aus dem eigenen Körper kommt, erleben viele Menschen wie eine tickende Zeitbombe, die jederzeit losgehen kann und der sie sich hilflos ausgeliefert fühlen.

Die Ängste der an Krebs Erkrankten sind existenzielle Ängste. Der Verlauf der Erkrankung ist nicht vorhersehbar, nicht kontrollierbar, sondern unberechenbar, eine Zerreißprobe zwischen Hoffnungen und Befürchtungen, eine Achterbahn der Gefühle! Unter anderem können Depressionen durch lebensbedrohliche Erkrankungen ausgelöst werden.

Diese Depressionen führen oftmals zu einer Abwärtsspirale, weil sie dem Patienten den Lebensmut rauben, die Immunabwehr schwächen und dadurch die Kraft nehmen, gegen die Krebserkrankung zu kämpfen.

Die Krebserkrankung eines Menschen betrifft aber nicht nur ihn alleine, sondern zieht seine ganze Familie in Mitleidenschaft. Auch Angehörige lebensbedrohlich Erkrankter scheinen ebenso häufig wie die Betroffenen selbst eine Traumafolgestörung zu entwickeln: Sie erwarten von sich, wie ein Fels in der Brandung sein zu müssen, um ihrem Partner bedingungslos und aufopferungsvoll zur Seite zu stehen. Oftmals werden sie aber von Hilflosigkeits- und Ohnmachtsgefühlen überflutet und fürchten, selbst alle Kraft und die Kontrolle auch über ihr Leben zu verlieren. Diese Personengruppe wird noch immer zu wenig beachtet, doch in unserer Klinik schenken wir dieser Beachtung!

Das Behandlungsangebot des Sigma-Zentrums Bad Säckingen für an Krebs erkrankte Menschen, lebensbedrohlich erkrankte Menschen und deren Angehörige:

  • Behandlung der Traumafolgestörungen
  • Ressourcenaktivierung und damit u.a. Stärkung der Immunabwehr
  • Systemische Therapie z.B. Paargespräche, Familiengespräche
  • Beratung bei partnerschaftlichen und sexuellen Problemen
  • Sozialberatung für Patienten und Angehörige
  • Verbale Psychotherapie
  • Non-verbale Psychotherapie, Körpertherapie

Zudem werden Patientinnen und Patienten durch die Fachärzte für Allgemeinmedizin, Innere Medizin und Neurologie im Klinikum des Sigma-Zentrums Bad Säckingen sowie ggf. durch niedergelassene Fachärzte in weiteren Fachrichtungen bezüglich ihrer körperlichen Erkrankung intensiv fachlich betreut und behandelt.

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