Psyche und Schmerz

Fragen aus der Sprechstunde

  • „Mein Leben hat sich durch die starken Schmerzen so sehr verändert. Nichts ist wie vorher.“
  •  „Vor den Nebenwirkungen der Schmerzmedikamente habe ich Bedenken. Gibt es nicht Alternativen?“

Schmerzen sind das Alarmsystem unseres Körpers. Sie zeigen an, dass irgendwo in uns oder mit uns etwas nicht stimmt. In unserer Gesellschaft wird die Äußerung von Schmerzen oft fälschlich als Schwäche interpretiert und unterdrückt. So haben wir verlernt, auf die inneren Zeichen unseres Körpers zu hören. Gleichzeitig existiert kaum eine Empfindung, die einen so unmittelbaren Einfluss auf die seelische Befindlichkeit hat, wie die des Schmerzes.

Jeder Schmerz hat seine Ursache – entweder körperlich oder seelisch. Beides bedingt sich jedoch gegenseitig, d.h. körperliche Schmerzen beeinträchtigen unser Empfinden, seelische Schmerzen – auch unbewusste Vorgänge – äußern sich oft an völlig unerwarteten Stellen unseres Körpers. Deshalb ist der Umgang mit Schmerzen kompliziert, weil im Gespräch darüber Ursachen und Wirkungen oft zu verschwimmen scheinen. Die Schmerztherapie hat sich in den letzten Jahrzehnten sehr entwickelt. Zusätzlich es gibt es auch sehr wirksame Werkzeuge aus dem psychotherapeutischen Repertoire, die in der Lage sind, auch somatische Schmerzen positiv zu beeinflussen.

Jeder Schmerz zieht Veränderungen auf verschiedenen Ebenen des ganzen Körpers und Erlebens nach sich: Schmerzen bedingen tiefgreifende Veränderungen auf immunologischer, zentralnervöser und vegetativer Ebene, sie haben psychische Auswirkungen und Wechselwirkungen und Effekte auf soziale Faktoren im beruflichen und persönlichen Umfeld. Je nach Art und Intensität des Schmerzes können die Auswirkungen variieren und auch dauerhafte Folgen haben. Wenn dies nicht beachtet wird, kann ein Übergehen oft der Chronifizierung Vorschub leisten.

Wichtig ist die Erkenntnis, dass jeder Schmerz individuell ist und deshalb von uns auch immer eine individuelle und achtsame Behandlung erfährt.

1. Strukturelle/ organische Zusammenhänge:

Bei organisch verursachten Schmerzen ist die Ursache häufig durch eine lokale Testbehandlung dem Beschwerdebild zuzuordnen. Das subjektiv geäußerte Beschwerdebild des Patienten wird mit dem klinischen Befund, den bildgebenden Verfahren und der persönlichen, individuellen Anamnese beurteilt.
Bei allen nicht kausal zufriedenstellend zu behandelnden Schmerzen ist es sinnvoll, über psychotherapeutische Schmerzbewältigungsstrategien zu erlernen und anzuwenden, um die Lebensqualität zu verbessern. Bei schweren Schmerzen ist neben der eigentlichen somatischen Behandlung auch eine psychische Begleitung indiziert. Siehe hierzu auch den Sigma-Beitrag „Psyche und Krebs“.

2.Funktionelle Zusammenhänge:

Diese Schmersymptomatik ist gekennzeichnet durch Schmerzen, Bewegungseinschränkungen durch Muskelverkürzung, Muskelverspannung, Engpasssyndrome (eingeklemmte Nerven), Migräne und allgemein Störungen des vegetativen Nervensystems, einhergehend z.B. mit Bluthochdruck, vermehrtes Schwitzen, Herzrasen, Asthma.

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