Trennung schmerzt. Trennung heilt.

Liebe Freunde, liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir begrüßen Sie sehr herzlich, besonders auch die Referenten, zum 73. Psychotherapie-Seminar Freudenstadt 2013 mit dem Thema: Trennung schmerzt. Trennung heilt. Bindungstheorien zeigen uns, dass Trennung primär schmerzt, weil wir Bindungswesen sind  [Allen N. Shore; 2003, 2002].

Bindung ist primär durch das Bedürfnis nach Nähe, Sicherheit und Kontinuität einer Beziehung gekennzeichnet [John Bowlby; 2005] Diese gewährt ein stabiles Miteinander und ein liebevolles Nebeneinander. Bindung hat, wie man heute weiß, aus diesem Grund sehr  frühe, d. h. pränatale Wurzeln. Auch der spätere Wunsch des Kindes nach Bindung und sozialer Gratifikation sind komplementär.  [Sue Gerhardt, 2006]. Auch unsere Sexualität wird vom Bindungswunsch beeinflusst und geprägt.

Die der Bindung oft konträr begegnenden Affekte bzw. Triebe werden mühsam zurückgedrängt. Beide bleiben in einer Polarität verhaftet. Die sich daraus ergebende Ambivalenz verlässt den Menschen ein Leben lang nicht.

Bindungsfähigkeit durch Bindungserfahrung

Bindungsfähigkeit durch Bindungserfahrung

Wie schon Sigmund Freud erkannte, stellen Bindungswunsch und Trieb, im Besonderen unser Sexualtrieb, einen inneren Widerspruch dar. Bindung sucht Dialog. Der Trieb sucht narzisstische Befriedigung, die den Dialog eher vermeidet. Deshalb sind Bindungs- und Triebverhalten als eigenständige Phänomene auch permanente und unbewusste Bedrohungen für uns, die nicht selten in einer Trennung enden können.

Das Kind und der Erwachsene müssen deshalb sublimieren oder verdrängen, wenn etwa die Aggression oder der Sexualtrieb ihrem sozialen Bindungswunsch im Wege steht.

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