OPD im Alltag

Mit:
Am: 06.07.2016
Von: 16:30 Uhr bis: 18:30 Uhr

Veranstalter:
Veranstaltungsort:
Adresse: Weihermatten 1, 79713 Bad Säckingen

Workshop „Von der Psychopathologie zur Beziehungsdiagnostik – OPD im Alltag“

„Patienten mit strukturellen Störungen verlieren unter Belastung in sehr spezifischer Weise ihre Selbstwirksamkeit. Sie tun sich schwer mit ihrer Selbstregulierung und ihrer Beziehungsregulierung, sind rasch überflutet von Verzweiflung, wütender und trauriger Erregung oder Panik. In diesen Fällen ist die Einleitung eines regressiven psychoanalytischen Prozesses kontraindiziert, weil sie dem Patienten keine hilfreichen Einsichten vermittelt, sondern Gefahr läuft, ihn zusätzlich zu verwirren, zu verstricken und real abhängig zu machen. Der therapeutische Umgang mit strukturellen Störungen erfordert daher völlig andere Zielsetzungen.“ (aus „Strukturbezogene Psychotherapie“, Gerd Rudolf).

Die im Patienten bereitliegenden strukturellen Muster manifestieren sich im interaktionellen Handeln. Das bedeutet für die Diagnostik, dass der Untersucher etwas von der Struktur seines Patienten in der unmittelbaren Situation der Begegnung erlebt und dass er aus den Schilderungen des Patienten über dessen Alltagsleben und Lebensgeschichte ein Bild von seiner Struktur gewinnt. Die Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik (OPD) ist ein seit 1996 kontinuierlich weiterentwickeltes Diagnostik- und Therapieplanungssystem, das aus der klinischen Praxis vieler Therapeuten nicht mehr wegzudenken ist. Er stellt dem Therapeuten ein individuelles Profil der störungsrelevanten aktuellen Probleme sowie der aktuellen veränderungsrelevanten Ressourcen seines Patienten zur Verfügung. Darüber hinaus erlaubt es eine Einschätzung des Strukturniveaus auf den Dimensionen der Selbst- und Objektwahrnehmung, der Steuerung des Selbst und der Beziehung, der emotionalen Kommunikation nach innen und außen sowie der inneren Bindung und äußere Beziehung. Ausgehend von einer Fallvignette wollen wir in unserem Workshop prüfen, inwieweit die praktische Anwendung des OPD hilfreich ist für die konkrete Therapieplanung und Therapiegestaltung. Aktive Beteiligung und Fragen der Teilnehmer(innen) sind ausdrücklich erwünscht!

Referent ist Herr Priv.-Doz. Dr. med. Reiner W. Dahlbender, Chefarzt der Klinik I im Sigma-Zentrum, der als Mitglied des Arbeitskreises Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik (OPD) an der Etablierung eines multiaxialen Systems zur Diagnostik und fokussierten Therapieplanung psychischer Störungen mitarbeitete, das inzwischen in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde.

Die Fortbildung richtet sich an Ärzte, Psychologen, Fachtherapeuten und Pflegepersonal und ist durch die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg mit 3 CME-Punkten zertifiziert.

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